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Vor- und Nachteile von Elektromotoren und Elektroautos

10 Vor- und Nachteile von Elektromotoren und Elektroautos

Elektrofahrzeuge werden von immer mehr Herstellern angeboten. Es gibt eine Vielzahl an Elektroscooter, Elektroroller und Elektroautos. Bis Ende 2020 werden bereits 340.000 Elektroauto zugelassen sein mit steigender Tendenz. Doch was sind überhaupt die Vorteile eines solchen Fahrzeuges und bringen Sie auch Nachteile mit sich?

VORTEILE

1. Vermeidung von Lärmemissionen
Elektrofahrzeuge emittieren keine Lärmbelästigungen und stören nicht die Nachtruhe von Anwohnern. Verbunden mit den geringen Abgasen können Elektroautos auch langfristig in Umweltzonen einfahren.

2. Abgase
Beim Fahren entstehen keine Abgase, wie beispielsweise klimaschädliches CO2 oder Treibhausgase. Beim Fahren mit einem Diesel oder Benziner entstehen durchschnittlich ca. 100 – 140 g/km CO². Durch die neue Kfz-Besteuerung für Neuzulassungen ab 2021 ist dies zum ökologischen Aspekt auch ein wichtiger Kostenfaktor.

3. Wartungskosten
bewegen sich in einem geringen Rahmen. Es muss kein Öl oder Kühlwasser kontrolliert und nachgefüllt werden. Beim Elektromotor gibt es wesentlich weniger Verschleißteile als beim Verbrenner. Hierdurch sind kein Keilriemen, Motorlager oder Filterwechsel notwendig. Auch stufenlose Getriebe sind einfacher zu realisieren in Elektromotoren. Ein kleiner Quervergleich zwischen der Anzahl der Bauteile von einem Verbrennungsmotor, nach heutiger EU-Norm, und einem Elektromotor zeigt den Sachverhalt bereits auf. Ca. 2500 Bauteile weist ein Verbrennungsmotor auf im Vergleich zu 250 Bauteilen eines Elektromotors.

4. Unterhaltskosten
Für einen Elektro Chopper oder Elektroroller fallen beispielsweise jährlich nur 40€ Versicherungskosten an. Es müssen für Elektroroller keine Kfz-Steuer gezahlt werden. Auch Elektroautos sind 5 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Laut einer Rechnung des ADAC sind auch die Energiekosten geringer als bei einem Benziner.

5. Wirkungsgrad
Elektromotoren haben einen sehr hohen Wirkungsgrad. Dieser liegt bis zu einer Leistung von ca. 1.000 Watt bei 60 – 90%. Bei über 1.000 Watt sind Wirkungsgrade von bis zu 98% möglich. Heutige Verbrennungsmotoren erreichen in PKWs einen Wirkungsgrad von ca. 35 – 40%. Hiervon teilen sich die Verluste gleichmäßig auf in Wärme und Abgase.

6. Drehmoment
Bei Elektromotoren liegt das volle Drehmoment direkt ab Start an. Man Lässt jeden Verbrenner an der Ampel stehen. Verbrennungsmotoren erreichen das volle Drehmoment erst mit steigender Drehzahl.

7. Fahrkomfort
Einen höheren Fahrkomfort kann man i.d.R in Elektrofahrzeugen genießen, da kein Schaltgetriebe notwendig ist und es nicht zur Zugkraft Unterbrechung kommt bei Schaltvorgängen. In Oberklassefahrzeugen oder Automatik Fahrzeugen mit bsp. 7G oder 9G-Tronic Getrieben merkt man die Schaltvorgänge auch kaum.

8. Fahrverbote in Städten
Dieselfahrer müssen aufgrund des Stickoxid-Ausstoßes mit Fahrverboten für Innenstädte rechnen. Elektroautos sind von etwaigen Maßnahmen nicht betroffen und müssen sich auch langfristig hierüber keine Sorgen machen.

9. Staatliche Förderung
Käufer von reinen Elektroautos erhalten einen Umweltbonus von bis zu 4.000 Euro. Etwaige Mehrkosten bei der Anschaffung sollen so ausgeglichen werden. Zudem gibt es Steuererleichterungen. Auch viele Versicherungen gewähren bei Stromern Nachlässe. Außerdem werden Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr teilweise Sonderrechte gewährt, die das Elektromobilitätsgesetz regelt.

10. Recycling
Stahl, Aluminium, seltene Rohstoffe – bis zu 60 Prozent der wertvollen Materialien eines Autos können wiederverwendet werden. Das ist umweltfreundlich, weil es Rohstoffe schont. Das ist klimafreundlich, weil es Emissionen vermeidet, die bei der Gewinnung und Verarbeitung freigesetzt würden. Ausgemusterte Akkus aus Elektroautos können ein zweites Leben als Speicher für Sonnen- und Windenergie führen. Dann bringen sie es umweltfreundlich auf bis zu 20 Jahre Lebenszeit.

 

NACHTEILE

1. Reichweite
Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist aktuell noch durch die Speicherkapazitäten begrenzt. Höhere Reichweite führt zu wesentlich höherem Fahrzeuggewicht und Anschaffungspreis. Aktuell liegt die Reichweite von Elektroautos bei ca. 300km. Teilweise in Ober- bzw. Mittelklassewagen auch 500km. Elektroroller und Elektrochopper kommen auf ca. 55 – 110km.

2. Herstellung
Die Herstellung von Batterien ist sehr energieintensiv. Auch die verwendeten Rohstoffe Lithium, Platin und Kobalt haben Ihren Preis bei der Herstellung. In der Ökobilanz schlägt die Herstellung merklich zu buche.

3. Anschaffungskosten
sind trotz staatlicher Förderung erstmal höher für Elektroautos. Auch Elektroroller sind noch teurer als Roller mit Ottomotor. Selbst kleinere Elektroautos sind nur selten unter 20.000 Euro zu bekommen. Für Modelle der Oberklasse zahlt man schnell 70.000 Euro.

4. Tankstellen für Elektrofahrzeuge
Die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ist aktuell noch nicht bedarfsgerecht aufgebaut. Die bisherigen Anstrengungen und staatliche Unterstützung für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur müssen fortgesetzt werden. Dabei sollten auch in Abhängigkeit zur lokalen Netzleistung ausreichend Schnellladestationen integriert werden.

5. Ökobilanz
Beim Fahren eines Elektrofahrzeugs werden zwar keine direkten Emissionen emittiert, aber bei der Herstellung und der vorgelagerten Kraftstoffkette entstehen Emissionen. Im Vergleich zu einem Verbrenner ist die gesamte Ökobilanz eines Stromers schlechter wenn der Strom vollständig aus nicht regenerativer Energie gespeist wird. Bei einem Strommix sieht die Gesamtbilanz wieder besser aus.

6. Gewicht
Das Gesamtgewicht eines Elektrofahrzeugs wird maßgeblich von der erzielbaren Reichweite beeinflusst. Elektroautos wiegen dementsprechend, bei gleicher Reichweite, mehr als vergleichbare Verbrenner. Das höhere Gewicht erhöht dementsprechend den Verbrauch, verringert die Fahrdynamik und die Beschleunigung. Dennoch kann beim Elektrofahrzeug das Gewicht gleichmäßig verteilt werden und Fahrzeughersteller haben mehr Möglichkeiten den Fahrkomfort und die Fahrdynamik zu beeinflussen. Bei kleineren Fahrzeugen wie Elektrorollern ist die Gewichtseinsparung, durch den Elektromotor und den Wegfall von Nebenaggregaten, höher und das Gesamtgewicht ist geringer.

7. Ladedauer
Elektrofahrzeuge haben sehr unterschiedliche Ladezeiten in Abhängigkeit der angeboten Systeme. Schnellladesysteme können Fahrzeuge teilweise innerhalb von 45 Minuten laden, wobei das herkömmliche Laden aus der Steckdose auch bis zu 16 Stunden in Anspruch nehmen kann. Hier ist natürlich der Preis entscheidend den man bereit ist zu bezahlen. Aber das Fahrzeug innerhalb von 5 Minuten volltanken, wie beim Verbrenner, ist derzeit noch nicht möglich.

8. Langzeiterfahrungswerte
Der Verbrennungsmotor blickt auf eine über 100 jährige Historie zurück und wurde konstant weiterentwickelt. Es gibt unzählige Versuche und Langzeitergebnisse. Der Elektromotor wurde erst seit Anfang der 2000er mit lithiumbasierenden Akkus vermehrt in Autos eingesetzt. Für Langzeitstudien oder Akkulebensdauer und Gebrauchtwagenpreise fehlen hier noch Anhaltswerte.

Quellen:

https://www.adac.de/-/media/pdf/dko/adac_empfehlungen_antriebsalternativen.pdf
https://www.adac.de/_mmm/pdf/Methodik_EcoTest_2020_338652.pdf

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